Eine bislang wenig beachtete Therapie bei Tieren ist die Physiotherapie, vor allem wenn es um das Lösen von Verspannungen geht. Aus der Pferdeheilkunde hat sich auch die Hunde- und Katzenosteopathie entwickelt, die einen gleichen Ansatz verfolgt.

Die Grundannahme dieser Heilmethode ist, dass Verspannungen eine Ursache für Schmerzen und andere Beschwerden sind. So wie beim Menschen viele Rückenbeschwerden nicht von der Wirbelsäule, sondern aus den Nacken- und Schultermuskeln kommen, gibt es Verspannungen bei Tieren. In der Osteopathie werden zunächst andere Ursachen ausgeschlossen. Die praktizierenden Tierärzte sind klassische Mediziner, die aber eine Zusatzausbildung erhalten haben. Ein führender Experte auf dem Gebiet ist Dr. Gregor Leist, der viele der Heilanwendungen entwickelt hat.

Neuer Ansatz hilft Pferden und Hunden

Sein Schwerpunkt liegt auf einer ganzheitlichen Behandlung, speziell von Hunden und Pferden. Wenn es im Pferdesport zu starken Beanspruchungen von Gelenken und Muskeln kommt, zeigt sich das bald im Verhalten der Tiere. Doch ein Lahmen muss nicht gleich eine gefährliche Entzündung sein. Auch sind nicht immer die Knochen betroffen.

Bei der Osteopathie wird nach Blockaden gesucht, die zum Beispiel Organe unterversorgen oder Nervenbahnen unterbrechen. Oftmals reicht schon eine Behandlung, um diese Blockaden aufzubrechen und die Beweglichkeit wiederherzustellen. Bei Sportpferden kann das den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage bedeuten. Denn selbst ohne sichtbare Zeichen kann sich das Tier bei einem inneren Ungleichgewicht zurücknehmen. Wird das Gleichgewicht wiederhergestellt, werden zusätzliche Kräfte frei, die entscheidende Zentimeter bedeuten können.

Bei Hunden haben die Osteopathen zeigen können, dass ein Fehlverhalten durch innere Blockaden ausgelöst, durch die entsprechende Behandlung aber auch korrigiert werden kann. Das Spektrum reicht von Problemen beim Laufen bis zu Organschwäche. Mit der osteopathischen Behandlung werden zum Beispiel die Arterien wieder von Verengungen befreit und können entsprechende Bereich wieder mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgen. Ein anderer Ansatz ist die Ursachen-Folge-Kette, bei der es ebenfalls um die optimale Versorgung der Faszien und eventuelle Blockaden geht.