Die Domestizierung von Tieren wird erstmals den Wunsch des Menschen geschürt haben, einem Tier zu helfen. Hat man eine positive Bindung an ein Lebewesen, möchte man ihm Leid ersparen. Wahrscheinlich haben bereits in der Steinzeit Schamanen Hunde oder Vieh behandelt. Schon 2.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung wurden in Indien Pferde und Elefanten tierheilkundlich behandelt.

Im 18. Jahrhundert gab es die erste tierärztliche Ausbildungsstätte in Göttingen. 1907 wurde

in Baden die erste Tierärztekammer gegründet.

Tierärzte und ihre Spezialisierungen

Haupttätigkeiten in vielen Tierarztpraxen sind Impfungen, auf Englisch vaccination of animals und Kastrationen. Dazu kommen Beratungen hinsichtlich der Ernährung von Tieren. Was die Erziehung oder das Training von Hund oder Katze angeht, wird eher an entsprechende Trainer verwiesen. In einer Kleintierpraxis werden hauptsächlich Haustiere wie Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Wellensittich und andere Papageien, Kanarienvögel oder auch Hühner behandelt.

Einige Kleintierpraxen haben daneben auch Spezialgebiete, die sich je nach eigenem Interesse an Tieren entwickelt haben: Es gibt Tierärzte, die neben dem täglichen Geschäft beispielsweise die Behandlung von Tauben übernehmen oder ein großes Fachwissen für Reptilien oder Amphibien haben. Meist ist dem Tierarzt des Vertrauens bekannt, welcher Tierarzt sich auf welche Tierarten spezialisiert hat, sodass bei Zweifelsfällen an einen Kollegen überwiesen wird.

Daneben gibt es Fachtierärzte, die eine Zusatzausbildung haben. Sie behandeln Augenleiden, sind Tierchirurgen oder -hämatologen.

Aber auch außerhalb der Tierarztpraxis werden Tierärzte gebraucht: Zootierärzte haben sich auf exotische Tiere spezialisiert, Tierärzte werden bei der Fleischbeschauung eingesetzt und arbeiten im Veterinäramt. Tierseuchen-Experten sind unter anderem bei der Vogelgrippe gefragt, es gibt Tierpathologen, die beispielsweise tote Tiere nach der Todesursache untersuchen. Auch auf Rennbahnen sind Tierärzte beschäftigt, die entweder von den Pferdebesitzern, der Rennbahnleitung oder dem Veterinäramt beauftragt werden.

Tierärztliche Ausbildung

Ebenso wie ein Humanmediziner muss der Tierarzt mindestens drei Jahre studieren, parallel zum Medizin- ist es ein Veterinärmedizinstudium. Nach den Grundlagen kann sich der Student zu einer Spezialisierung entscheiden, die in die verschiedensten Richtungen verlaufen kann. Ohne Studium kann man sich als Tiermedizinische Fachangestellte/r ausbilden lassen.